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	<title>Oisand - Blog &#187; marcuse</title>
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	<description>( ... ein multi-user-blog über götter und die welt allgemein)</description>
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		<title>Kommerz und so&#8230;.</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 11:06:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>quandona</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[bevor eine seminararbeit weiter in meinem uni-ordner verstaubt, geb ich ihr die chance, das licht der internet-welt zu erblicken. es geht dabei um nichts geringeres als die totale manipulation durch die medien und den absichten dahinter aus der sicht der kritischen theorie (KT). eine kurze info zur KT: das vorgestellte werk &#8220;kulturindustrie: aufklärung als massenbetrug&#8221; wurde 1947 von Theodor Adorno und Max Horkheimer im amerikanischen exil verfasst. die erfahrungen von nationalsozialismus, stalinismus, etc. zu ihrer zeit ließen bei ihnen die frage aufkommen: warum ergeben sich menschen widerstandslos der barbarei? diese &#8220;barbarei&#8221; war für die KT nicht mit dem 2WK zu ende, sondern wurde durch die &#8220;kulturindustrie&#8221; abgelöst. kulturindustrie beschreibt den unendlichen markt der vergnügungsgüter &#8211; etwa musik, film, radio, &#8220;events&#8221;,&#8230; &#8211; die mechanismen, wie diese an den mann/ die frau gebracht werden &#8211; werbung, ständige wiederholungen, &#8211; und die dahinterliegenden herrschaftsinteressen. trotz des fortgeschrittenen alters der theorie betrachtet auch sie kritisch das aufkommen neuer medien und verbreitungsformen (in erster linie radio, schallplatte, film und fernsehen). obwohl diese medien durchwegs veraltert sind, können dennoch parallelen zu modernen entwicklungen (handy, internet, web2.0,&#8230;) gezogen werden. wichtig ist noch zu erwähnen, dass die KT nie eine festgefahrene, absolute gültige position zum umgang mit der welt ... .. .<br/><br/> &#187;&#187; <a href="http://blog.oisand.net/2010/03/kommerz-und-so/">mehr...</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>bevor eine seminararbeit weiter in meinem uni-ordner verstaubt, geb ich ihr die chance, das licht der internet-welt zu erblicken.<br />
es geht dabei um nichts geringeres als die totale manipulation durch die medien und den absichten dahinter aus der sicht der kritischen theorie (KT).</p>
<p>eine kurze info zur KT:<br />
das vorgestellte werk &#8220;kulturindustrie: aufklärung als massenbetrug&#8221; wurde 1947 von Theodor Adorno und Max Horkheimer im amerikanischen exil verfasst. die erfahrungen von nationalsozialismus, stalinismus, etc. zu ihrer zeit ließen bei ihnen die frage aufkommen:</p>
<p><em>warum ergeben sich menschen widerstandslos der barbarei?</em></p>
<p>diese &#8220;barbarei&#8221; war für die KT nicht mit dem 2WK zu ende, sondern wurde durch die &#8220;kulturindustrie&#8221; abgelöst.<br />
kulturindustrie beschreibt den unendlichen markt der vergnügungsgüter &#8211; etwa musik, film, radio, &#8220;events&#8221;,&#8230; &#8211; die mechanismen, wie diese an den mann/ die frau gebracht werden &#8211; werbung, ständige wiederholungen, &#8211; und die dahinterliegenden herrschaftsinteressen.</p>
<p>trotz des fortgeschrittenen alters der theorie betrachtet auch sie kritisch das aufkommen neuer medien und verbreitungsformen (in erster linie radio, schallplatte, film und fernsehen). obwohl diese medien durchwegs veraltert sind, können dennoch parallelen zu modernen entwicklungen (handy, internet, web2.0,&#8230;) gezogen werden.</p>
<p>wichtig ist noch zu erwähnen, dass die KT nie eine festgefahrene, absolute gültige position zum umgang mit der welt anbietet. sie gesteht sich offen zu, nicht zu wissen, was die bestmögliche methode ist, das leben zu gestalten. es gibt keinen unumstößlichen plan, nach dem alles perfekt abläuft. die KT sah ihre aufgabe einzig darin, das schlechte aufzuzeigen und es nicht mehr zuzulassen.<br />
<em>„das Falsche, einmal bestimmt, erkannt und präzisiert, (ist) bereits Index des Richtigen, Besseren (&#8230;)“ (Adorno)</em></p>
<p>soviel zur einführung.<br />
um nicht sofort meine gesamte blog-munition nach langer abwesenheit zu verschießen, kommen heute mal nur die einzelnen punkte, die ich in meiner seminararbeit bearbeitet habe und die euch hoffentlich zum weiteren verfolgen dieses artikels bewegen. <img src='http://blog.oisand.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<ul>
<li>&#8220;Reproduktion des immer gleichen&#8221;</li>
<li>&#8220;Amusement&#8221;</li>
<li>&#8220;Reklame&#8221;</li>
<li>&#8220;Pseudoindividualität&#8221;</li>
<li>&#8220;Kulturindustrie und Herrschaft&#8221;</li>
<li>&#8220;Wahre Kunst &lt;=&gt; Ware Kunst&#8221;</li>
</ul>
<p>ich werd versuchen diesen artikel jeden tag oder jeden zweiten oder einmal in der woche um einen dieser punkte zu erweitern!</p>
<p>so, hier wie versprochen und mit verspätung mal das erste kapitel!</p>
<p><strong>1. Reproduktion des Immergleichen</strong></p>
<p>Durch die neuen technischen Möglichkeiten sehen Horkheimer und Adorno nicht nur eine Dynamik, die stets neues hervorbringt, sondern sie befürchten die „Reproduktion des immer gleichen“.</p>
<p><em>„Bei allem Fortschritt der Darstellungstechnik, der Regeln und Spezialitäten, bei allen zappelnden Betrieb bleibt das Brot, mit dem Kulturindustrie die Menschen speist, der Stein der Stereotypie.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008: 157)</p>
<p><em>„Jeder Film ist die Vorschau auf den nächsten, der das gleiche Heldenpaar unter der gleichen exotischen Sonne abermals zu vereinen verspricht.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008:172)</p>
<p><em>„Durchweg ist dem Film anzusehen, wie er ausgeht, wer belohnt, bestraft, vergessen wird, und vollends in der leichten Musik kann das präparierte Ohr nach den ersten Takten des Schlagers die Fortsetzung raten und fühlt sich glücklich, wenn es wirklich so eintrifft“<br />
<span style="font-style: normal">(Horkheimer/Adorno2008:133)</span></em></p>
<p>Die Schemata „leicht verdaulicher“ Filme und Musik sind also stets dieselben. Dem/der HörerIn/BetrachterIn soll der Konsum von Kulturgüter kein emotionaler Aufwand sein, er/sie will sich in erster Linie vom monotonen Arbeitsalltag erholen, sich berieseln lassen und nicht durch unübliche, nicht vertraute Abfolgen von Handlungen oder Tönen verwirrt werden. Neue Formate werden dabei von vornherein als Risiko ausgeschieden. Experimental- und Avantgardefilme werden zumeist nur einem kleinen Publikum vorbehalten und schaffen es nicht oder nur zu spätabendlichen Stunden in das Fernsehprogramm. Demgegenüber stehen „Blockbuster“, also Filme, die vor deren Ausstrahlung als „must see“ gepriesen werden und mit den immergleichen Namen der Stars, die für die angebliche Qualität des Films sprechen sollten, bei den ZuseherInnen Vertrautheit auslösen.</p>
<p>Ebenso verhält es sich mit der Musik. Betrachtet man die Top10 der Verkaufscharts, so finden sich in beinahe allen Ländern dieselben MusikerInnen, die nach den immer gleichen Mustern ausgewählt und produziert werden. Selbst in sogenannten Castingshows, die vorgeben, dass das Publikum entscheide, wer diese gewinnt, spielt die „Partizipation“ des Publikums ohnehin keine Rolle, da das Ergebnis stets dasselbe ist und es unerheblich ist, von wem die fertig geschriebenen und komponierten Stücke an den/die KonsumentIn gebracht werden. Innovative, neue Musik muss sich zunächst etabliert haben beziehungsweise eine zumindest gewinnbringende Anzahl an InteressentInnen anziehen, bevor große Radiosender, Labels und AgentInnen sich dieser annehmen. Ursprünglich nichtkonformistische Musikstile, wie Rock and Roll, Punk, Techno oder Hip Hop wurden ihrer kritischen Elemente beraubt, um sie mit Hilfe der Kulturindustrie salonfähig zu machen. (vgl. Schülein/Brunner1994: 191)</p>
<p>„Was widersteht, darf überleben nur, indem es sich eingliedert.“ (Horkheimer/Adorno2008: 140)</p>
<p><strong>2. „AMUSEMENT“</strong></p>
<p>Allgemein kann zum Amusement aus der Sicht der Frankfurter Schule der oft verwendete Satz <em>„Gelacht wird darüber, daß es nichts zu lachen gibt“ </em>(Horkheimer/Adorno2008: 149) angeführt werden. Das Amusement wird zu einem Produkt der Kulturindustrie, die dieses produziert und steuert. Es dient vor allem dem unhinterfragten Hinnehmen der gesellschaftlichen Zustände und dem Verdrängen des Leids auf der Welt. Die Menschen sollten sich mit ihrer Situation abfinden und nicht danach trachten, Ungerechtigkeit zu thematisieren und schon gar nicht danach, diese aufzuheben versuchen. Wer mit den existierenden Strukturen nicht zurechtkommt ist in erster Linie selbst daran Schuld, wer sich hingegen dem Diktat der Kulturindustrie unterwirft, wird belohnt und erfolgreich sein.</p>
<p><em>„Amusement ist die Verlängerung der Arbeit unterm Spätkapitalismus. Es wird von dem gesucht, der dem mechanisierten Arbeitsprozeß ausweichen will, um ihm von neuem gewachsen zu sein.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008: 145)</p>
<p>Die Menschen suchen nach Zerstreuung, um sich nicht ihrer Gedanken über ihre möglicherweise sinnlosen, das System, so wie es ist, einzementierenden Tätigkeiten, bewusst zu werden. Doch selbst bei der Betrachtung des „immer gleichen“ werden sie an ihre Verrichtungen erinnert und lassen diese als unveränderlich gegeben, Gott gewollt erscheinen. Der Konsum monotoner, immergleicher Abläufe in der Kulturindustrie als möglicher Weg um dem monotonen, immergleichen Arbeitsalltag zu entfliehen, bedeuten für Adorno und Horkheimer „die Verlängerung der Arbeit unterm Spätkapitalismus“.</p>
<p>Doch der Gebrauch der von der Kulturindustrie bereitgestellten Güter soll nicht nur dazu dienen, sich mit der eigenen Situation abzufinden, sondern es soll sich auch die <em>„automatisierte Abfolge genormter Verrichtungen“ </em>(Horkheimer/Adorno2008: 145) einprägen. Das Wesen der Arbeit im Spätkapitalismus ist es, dass einzelne Arbeitsschritte ohne weiteres beziehungsweise nach einer kurzen Einschulungsphase auch von anderen Personen durchgeführt werden könnten. Durch das stets Monotone der Kulturindustrie werden die Menschen daraufhin getrimmt, diese Tätigkeiten übernehmen zu können.</p>
<p><em>„Sofern die Trickfilme neben Gewöhnung der Sinne ans neue Tempo noch etwas leisten, hämmern sie die alte Weisheit in alle Hirne, dass die kontinuierliche Abreibung, die Brechung allen individuellen Widerstandes, die Bedingung des Lebens in dieser Gesellschaft ist. Donald Duck in den Cartoons wie die Unglücklichen in der Realität erhalten ihre Prügel, damit die Zuschauer sich an die eigenen gewöhnen.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008: 147)</p>
<p>Durch das Vorführen des „Immer Gleichen“ verweilt der Mensch in Resignation, er anerkennt die Machtlosigkeit, gegen die Ungerechtigkeiten vorzugehen. Die Kulturindustrie lässt im Konsumenten/ der Konsumentin die Möglichkeit des Widerstands nicht aufkommen. (vgl. Horkheimer/Adorno2008: 150)</p>
<p><em>„Vergnügtsein heißt Einverstandensein.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008:153)</p>
<p><em>„Vergnügen heißt allemal: nicht daran denken müssen, das Leid vergessen, noch wo es gezeigt wird. Ohnmacht liegt ihm zu Grunde. Es ist in der Tat Flucht, aber nicht, wie es behauptet, Flucht vor der schlechten Realität, sondern vor dem letzten Gedanken an Widerstand, den jene noch übriggelassen hat.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008:153)</p>
<p>Wer sich dem Amüsement hingibt, verschließt also die Augen vor der tatsächlichen Beschaffenheit der Welt und akzeptiert somit stillschweigend die gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse. Das Vergnügen ist daher keine Flucht vor der trostlosen Realität, sondern eine vor dem letzten Gedanken des Widerstands. Durch die uns ständig umgebenden Verheißungen der Kulturindustrie, werden diese nach und nach als Realität und Normalität anerkannt und untergraben somit die Notwendigkeit des Widerstands!</p>
<p><strong>13.3. REKLAME</strong></p>
<p>Die allgegenwärtige Reklame legt fest, wie der allgemeine Geschmack zu sein hat, was anzustreben ist und durch den Konsum welchen Produkts diese Glückseligkeit erreicht werden kann.</p>
<p><em>„Die Heroisierung des Durchschnittlichen gehört zum Kultus des Billigen. &#8230; Der herrschende Geschmack bezieht sein Ideal von der Reklame, der Gebrauchsschönheit.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008:165)</p>
<p>Dabei stehen aber bei weitem nicht jedem dieselben Mittel zur Verfügung:</p>
<p><em>„Nur wer die exorbitanten Gebühren, welche die Reklameagenturen &#8230; erheben, bezahlen kann, also wer schon dazu gehört &#8230;, darf überhaupt den Pseudomarkt als Verkäufer betreten.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008:171)</p>
<p>Das bedeutet wiederum einen Ausschluss des Neuen und fördert die Existenz des „Immer Gleichen“. Damit bleiben die Herrschenden weiterhin unter sich und können den anzustrebenden Geschmack der KonsumentInnen festlegen. Dies beschränkt sich aber nicht nur auf Konsumartikel sondern auch auf Freizeitangebote, wie zum Beispiel Konzerte oder Musikfestivals. Bringt man das nötige Geld auf, um eines dieser „events“ dementsprechend bewerben zu können, so erreicht man auch eine enorm große Zielgruppe. Durch die ständige Präsenz im Fernsehen, Radio, auf Plakatwänden und im Internet bleiben sogenannte gesellschaftlich relevante Großereignisse auch den eigentlich Desinteressierten nicht verborgen.</p>
<p>Die Reklame ist also allgegenwärtig; <em>„die Landschaft wird zum bloßen Hintergrund für Schilder und Zeichen.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008: 172) Es erscheint als Unmöglichkeit den Verheißungen der Werbung zu entfliehen, da sie uns ständig umgibt. Auf den Straßen von den Plakatwänden, im Radio und Fernsehen in Form von Werbespots, im Internet auf unzählige durchaus innovative, aber auch aufdringliche Art und Weise (Pop-Ups, Spam, Targeting,&#8230;), in den Zeitungen durch Inserate, die oft so gemacht sind, dass man <em>„Bild und Text der Reklame von denen des redaktionellen Teils schon kaum mehr unterscheiden“ </em>(Horkheimer/Adorno2008: 172) kann.</p>
<p>Durch das ständige Wiederholen und die Omnipräsenz erhalten Werbeslogans den Charakter totalitärer Parolen: <em>„Das blinde und rapide sich ausbreitende Wiederholen designierter Worte verbindet die Reklame mit der totalitären Parole.“ </em>(Horkheimer/Adorno2008:175)</p>
<p>Im Besonderen sei hier auf den Werbeslogan einer Elektronikhandelskette hingewiesen, der wohl eine ganze Epoche des „Shoppingfiebers“ mitgeprägt hat, nämlich:</p>
<p>„Geiz ist geil!“</p>
<p>Der Slogan vermittelt den KonsumentInnen, dass ein Produkt in erster Linie billig zu sein hat, ungeachtet der Qualität, der Serviceleistungen und der Arbeitsbedingungen der MitarbeiterInnen und ErzeugerInnen. Dieses Motto entstand in einer Zeit der „Schnäppchenjagd“, die den Menschen erfolgreich das Paradoxon vermittelt – nur wer einkauft, kann auch sparen. Viele MoralistInnen sahen dadurch schon den Untergang des Abendlandes nahen, da eine der sieben Todsünden (Geiz) zum wesentlichen Kaufentscheidungskriterium erhoben wurde und es kam zu teils heftigen Diskussionen, was vermutlich auch die Intention der Werbefachleute war.</p>
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